Wir unterscheiden die Aufmerksamkeitsschwäche mit (ADHS) und ohne Hyperaktivität (ADS). Bei beiden Ausprägungen ist die Wahrnehmung beeinträchtigt, das heißt Betroffene filtern ihre Umwelt anders. Sie können meist Wichtiges von Unwichtigem nicht unterscheiden und sind dadurch schnell reizüberflutet. Die Leistung des Arbeitsgedächtnisses (Kurzzeitgedächtnis) ist verringert, sodass meist kein planvoll-strukturiertes Handeln möglich ist.

Der „Träumerle“-Typ (ADS) ist meist abwesend, verträumt, vergesslich, sehr ablenkbar und eher angepasst. Daher sind diese Betroffenen - meist Mädchen - unauffällig im schulischen Kontext. Ihnen fällt es schwer, die Aufmerksamkeit während einer Aufgabenbearbeitung aufrecht zu halten. Zahlreiche Flüchtigkeitsfehler sind die Folge.

Viel auffälliger ist dagegen der „Zappelphilipp“-Typ; zusätzlich charakterisiert durch starkes hyperaktives und impulsives Handeln. Aufgrund motorischer Unruhe und eine ebenfalls verkürzte Aufmerksamkeitsdauer entstehen schnell schulische Schwierigkeiten. Die Betroffenen - meist Jungen - verfügen oftmals nur über eine geringe Frustrationstoleranz und handeln sprunghaft und unüberlegt.

Symptome?

  • Unaufmerksamkeit - schlechte Konzentration, leichte Ablenkbarkeit, Vergesslichkeit
  • Impulsivität - ständiges Unterbrechen und Stören anderer, Herausplatzen mit Antworten, nicht abwarten können
  • Hyperaktivität - extremer Bewegungsdrang, motorische Unruhe, ständiges Laufen und Klettern, Ruhelosigkeit, Getriebenheit

Die genannten Kernsymptome müssen in mehr als nur einem sozialen Bereich wie Schule, Familie und Freizeit beobachtet werden sowie über mindestens sechs Monate andauern, um eine fachärztliche Diagnose zu erhalten.

Hilfe?

Ziel der Lerntherapie ist es, die Aufmerksamkeitsdauer bei der Bewältigung schulischer Aufgaben zu erhöhen. Durch eine organisierte, strukturierte und planvolle Arbeitsweise sollen Aufgaben bewusst erarbeitet und zu Ende geführt werden. Zusätzlich werden Strategien vermittelt, um den Lernprozess zu vereinfachen. Auch Phasen der bewussten Entspannung werden integriert. Durch das Schaffen von positiven Lernerfahrungen können die Betroffenen wieder Selbstvertrauen in das eigene Lernvermögen erlangen.

Bedenken Sie bitte: Ein Kind erledigt Aufgaben dann problemlos, wenn …

… ihm die Aufgabe Spaß macht,

… es die Aufgabe für eine Bezugsperson macht,

… es genau weiß, wie es die Aufgabe lösen soll,

… es damit rechnet, dass ihm die Lösung der Aufgabe gelingt,

… es Aufmerksamkeit (Lob!) dafür bekommt,

… es eine Belohnung bekommt und

… es den Sinn der Aufgabe einsieht (noch nicht unter 11 Jahren).